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Zweiklassenmedizin: Gesetzliche Versicherte fühlen sich extrem benachteiligt

Die Bevorzugung von Privatversicherten bei der Terminvergabe ist seit langem bekannt. Vor kurzem verschärfte sich der Streit als Teile einer noch unveröffent-lichten Studie des wissenschaftlichen Institust der AOK an die Öffentlichkeit kamen. Jedes 3. Mitglied einer GKV gab an, es habe auf den letzten Arzttermin zu lange warten müssen. Von den privat versicherten Kunden beklagte das nur jeder 7. Bei akuten Beschwerden erhielten 17% der GKV-Versicherten erst in 4 Wochen oder mehr einen Termin beim Orthopäden. Bei PKV-Versicherten erging es nur 2,4% so.
 
Erstaunlich offensiv gehen Ärzte mit den Vorwürfen um. Wer 1. Klasse zahle, dürfe sich eben mehr Komfort erwarten. Bei Bahn- und Flugreisen ist dies selbstver-ständlich.
 
Ursache sind allerdings die zu knapp bemessenen Höchstbeträge, die jeder Kassenarzt als Ergebnis eines komplizierten Abrechnungssystems verbrauchen darf. “Liesse der Arzt die gesetzlich versicherten Patienten in der Reihenfolge ihrer Anmeldung kommen, wäre sein Budget schnell erschöpft”, sagt Sabine Lingelbach, GF des Orthopädenfachverbands.
Augenärztesprecher Georg Eckert nennt Wartezeiten von bis zu 2 Monaten und argumentiert: “Ich kenne Kollegen, die im Vierteljahr 2.000 Patienten betreuen, aber ein Honorar erhalten, das für 900 Patienten angemessen wäre.”

Autor: Lothar von Helden

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