Schmidt plant Gesundheitsprämie
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt plant Medienberichten zufolge im Rahmen einer möglichen Gesundheitsreform eine sogenannte Gesundheitsprämie. Diese solle zusätzlich zu den bisherigen einkommensabhängigen Beiträgen gezahlt werden und zwischen 15 und 30 EUR liegen. Auf diese Weise soll eine Kompromisslösung erzielt werden. Die Union favorisiert das Modell einer sogenannten Kopfpauschale, die SPD wiederum lehnt diese ab und forder die sogenannte Bürgerversicherung. Eine Gesundheitsprämie wäre quasi der Kompromiss beider Modelle, da zeitgleich auch Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Mieteinnahmen in die Beiträge einfliessen sollen. Die Regelung soll nicht nur für Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung gelten, sondern auch für Versicherte der privaten Kassen.
Die Ziele dieser Regelung sind vielfältiger Natur: Zunächst soll mit der neuen Regelung der Beitrag der Versicherten endlich gesenkt werden, nachdem sich die vergangenen Reformen hier kaum ausgewirkt haben. Weiterhin sollen mit dieser Pauschale auch Rentner und sogenannte Besserverdienende stärker in die Finanzierung des Gesundheitssystems eingebunden werden. Das Hauptziel allerdings ist laut Medienberichten die Entkoppelung der Ausgaben für Gesundheit von den Lohnnebenkosten.
Die Koalitionsparteien hielten sich mit Kommentaren zu den Plänen bisher zurück. Kritik kam unter anderem von der FDP, die eine Privatisierung der Krankenversicherung fordert. Neben einer Grundversorgung sollen optionale Leistungen buchbar sein, ein ähnliches Modell wurde zum Jahreswechsel in den Niederlanden eingeführt.

Am 16. März 2006 um 19:13 Uhr
na super. jetzt also auch noch eine extra-prämie? sind dann eigentlich auch privatpatienten betroffen?