Die Reform der gesetzlichen Pflegeversicherung verschiebt die Lasten noch mehr auf die Jungen
Es ist üblich geworden, den Beginn von Reformen weit in die Zukunft zu verlegen. Dadurch wird heute noch niemand von den Nachteilen betroffen. Wenn dann am 01.07.2008 die Reform der Pflegeversicherung in Kraft tritt und die Menschen die Änderungen spüren, wird darauf verwiesen, dass doch alles bereits in der Vergangenheit “einvernehmlich” beschlossen wurde.
Die große Koalition hat die Chance auf einen zukunftsorientierten Umbau vergeben. Statt den von allen wissenschaftlichen Fachleuten geforderten Umstieg auf die Kapitaldeckung zu vollziehen oder zumindest einzuleiten, baut sie das Umlageverfahren der gesetzlichen Pflegeversicherung sogar noch aus. Die Beiträge steigen um 0,25 Prozentpunkte auf 2,2% für Kinderlose (1,95% mit Kindern). In einer stark alternden Gesellschaft mit zunehmenden Fällen von Krebserkrankungen, Diabetes, Alzheimer usw. werden die Kosten massiv ansteigen. Da bekannt ist, dass die Zahl der Beitragszahler weiter zurückgeht, wird die Lastenverschiebung auf die jüngere Generation ungebremst fortgesetzt. Damit bewirkt das Gesundheitsministerium das Gegenteil von Generationensolidarität.
Autor: Lothar von Helden
